| Information zum Konzert am Samstag, 20.
Oktober 2001 20 Uhr in der Stadtkirche Geislingen: Giuseppe
Verdi: |
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| "Totenmessen gibt es so viele! Es ist unnütz ihnen
noch eine hinzuzufügen." Damit war für Verdi die Frage nach einem Requiem aus
seiner Feder erledigt. Obgleich sich seines Ranges und seiner Bedeutung bewusst, wusste Verdi immer, sich ehrerbietig vor anderen großen schöpferischen Geistern zu verneigen, darum sah er wohl auch keinen Grund die Liste der großen Requiem-Vertonungen durch eine eigene noch unnötig zu verlängern. Basierend auf dem von Papst Pius V. 1570 dekretorisch festgelegten Text der römisch-katholischen Totenmesse ("Missa de profunctis"), entstand 1791 mit Mozarts Requiem eines der bedeutendsten Werke dieser Gattung. Unvollendet und von düsteren Legenden umrankt bildet es den Anfang einer Reihe großartiger Requiem-Vertonungen in die sich 1836 und 1837 Cherubini mit seinen Requiems in c- und d-Moll einreihte. Ebenfalls 1837 folgte Berlioz´ "Grand Messe des Morts"; auch wenn die Werke beider Komponisten nicht mit der Aussagekraft des Mozart-Requiems konkurrieren konnten, so ist doch jedes von der unverwechselbaren jeweiligen Persönlichkeit seines Schöpfers tief durchdrungen. Dies schien für Verdi Grund genug, keinen weiteren Gedanken an ein eigenes Requiem zu verschwenden. Das er es dann dennoch tat, verdankt die Musikwelt zweien für Verdi höchst tragischen Ereignissen. 1868, nach Rossinis Tod, wollte Verdi seiner Verehrung für diesen Kollegen in einem Requiem Ausdruck verleihen. Er hatte die schöne Idee, dreizehn der angesehensten Komponisten Italiens an diesem tönenden Denkmal mitwirken zu lassen, so dass jeder einen Abschnitt der dreizehnteiligen Totenmesse komponieren sollte. Verdis Mailänder Verleger Ricordi fand sofort Gefallen daran, und die Aufführung wurde für den ersten Todestag Rossinis, den 12. November 1869 festgelegt. Neben Verdi, der sich die Komposition des Schlusses, des "Libera me", vorbehalten hatte, wirkten unter anderem Saverio Mercadante, Enrico Petrella und andere mit. Der noble Plan, bei dem alle Beiträge ohne Honorar gestiftet und sogar Druck- und Aufführungskosten von den Autoren getragen wurden, scheiterte schließlich nur an der Lässlichkeit des Kapellmeisters Angelo Mariani. Er hätte die Uraufführung in der Kirche San Petronio in Bologna dirigieren sollen, doch als Schüler Rossinis zog er es vor, sich gerade zur Zeit der geplanten Aufführung in dieser Eigenschaft in Pesaro feiern zu lassen. Obwohl Verdi Mariani als Orchesterleiter hoch schätzte, verzieh er ihm dieses Verhalten nie und verschloss sein "Libera me" wieder in der Schublade fortan war keine Rede mehr von einem Requiem. Bis am 22. Mai 1873 in Mailand schließlich Alessandro Manzoni starb, der bedeutendste Vertreter der italienischen Romantik und einer der Initiatoren des Aufstandes und der Befreiung der Lombardei von der österreichischen Herrschaft. "Now is all over, and with him ends the most pure, the most holy, the greatest of our glories." in diesen Worten Verdis über Manzonis Tod spiegelt sich die tiefe Erschütterung über den Verlust dieses "Heiligen" wie Verdi ihn nannte, wieder. Erst eine Woche nach der Beisetzung reiste er nach Mailand und besuchte das Grab, da er es nicht über sich gebracht hatte, am Begräbnis des Dichters teilzunehmen. So schmerzhaft Manzonis Heimgang für Verdi auch war, so sehr inspirierte er ihn auch. Er nahm den Gedanken an ein Requiem wieder auf, doch diesmal wollte er allein diese Huldigung für diesen verehrten Verewigten schreiben. Der Mailänder Stadtrat stimmte der Idee sofort zu, und erklärte sich bereit, die Kosten und alles Organisatorische für die Uraufführung zu übernehmen. Diese sollte wiederum am ersten Jahrestag, dem 22. Mai 1874, in der Kirche San Marco stattfinden, und diesmal werde er selbst dirigieren. Für die Vollendung des Requiems blieb ihm also weniger als ein Jahr Zeit, welches er auf Grund der Verhandlungen mit der Direktion der Grand Opéra in Paris nicht einmal in der Stille seines Landgutes Sant´ Agata verbringen konnte. Folglich musste er die angefangene Partitur mit nach Paris nehmen und dort weiterarbeiten. Aber der Zustand der Inspiration, in den ihn seine Bewunderung für Manzoni und der Schmerz über dessen Tod versetzt hatte, hielt an, und so wuchs das "Libera-Fragment" sehr bald zu der gewaltigsten Totenmesse heran, die die italienische Musik je hervorgebracht hatte. Erschütterung und Begeisterung zugleich löste die Uraufführung beim Publikum aus und der Virus des Verdi-Requiems breitete sich wie ein Lauffeuer über ganz Europa aus. Mit den Erstaufführungen in Wien (Juni 1875) und Köln (Mai 1877) feierte Verdi, der wiederum selbst dirigierte, Triumphe sondergleichen. Der Komponist, der sechs Jahre vor Verdis katholischem und lateinischem Requiem ein protestantisches und deutsches geschrieben hatte, Johannes Brahms, hat auch als einer der ersten diesseits der Alpen die Größe und Genialität von Verdis Schöpfung erkannt und bewundert. Obwohl immer wieder als opernhaft und effekthascherisch verschrieen, ist es doch eine der leidenschaftlichsten Umsetzungen eines sakralen Textes. Lebendig und bildhaft wie die erzählenden Buntglasfenster der großen Sakralbauten - einfach und verständlich für jedermann. Doch niemals billig, sondern immer ehrfurchtsvoll und demütig - von einer großen Verehrung und der andächtigen Verneigung vor etwas Größerem durchzogen. Jasmin Jäkl |
E-Mail: gerhard.klumpp@gmx.de |
Karten im Vorverkauf über die Chormitglieder sowie
Preise im Vorverkauf:
Preise an der Abendkasse:
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| Wegbeschreibung
zur Stadtkirche Geislingen |
Anfahrt aus Richtung Göppingen:
Anfahrt aus Richtung Ulm:
Der Geislinger Singkreis e.V. freut sich auf Ihren Besuch des Konzerts! |
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