| Information zum Konzert am Karfreitag, 18.
April 2003, 19 Uhr in der Stadtkirche Geislingen: Dietrich Buxtehude (1637 - 1707): Membra Jesu nostri Kantatenzyklus zur Passion in sieben Teilen |
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Buxtehude... |
komponierte Membra Jesu nostri patientis sanctissima (Die allerheiligsten Gliedmaßen unseres den Tod am Kreuz erleidenden Jesus) als Zyklus von sieben Kantaten, die jeweils einen Körperteil des Gekreuzigten verherrlichen: Füße, Knie, Hände, Seiten, Brust, Herz und Antlitz. Der Text dazu stammt im Wesentlichen aus dem mittelalterlichen Gedicht "Salve mundi salutare" des Arnulf von Löwen (um 1200). Die Verbindung von lateinischer Hymnendichtung und erotischem Mystizismus spiegelt die pietistischen Strömungen jener Zeit wider. Auch noch im 17. Jahrhundert war diese Dichtung unter Katholiken und auch unter Protestanten weit verbreitet, sowohl in der lateinischen Originalsprache als auch in deutschen Übersetzungen. Paul Gerhardts bekanntes Lied "O Haupt voll Blut und Wunden" (1656) z. B. ist eine Paraphrase über den letzten Teil des Gedichts. Die sieben Teile des Zyklus legte Buxtehude im Stil der Concerto-Aria-Kantaten an, wie er und seine Zeitgenossen sie pflegten. Eine instrumentale Sonata eröffnet den jeweiligen Teil, an die sich ein Chorsatz über einen Bibeltext anschließt. Darauf folgen Strophen des Gedichts als Arien in kleinerer Besetzung, die meist durch instrumentale Ritornelli verbunden sind. Zum Beschluss jeder Kantate wird der einleitende Chorsatz wiederholt. In dieser Form wurde normalerweise der Bibeltext des geistlichen Concertos durch die nachfolgende Arie kommentiert. Buxtehude kehrt in diesem Werk aber die Gewichtung um. Er stellt die mittelalterliche Dichtung in den Mittelpunkt und macht sie zum einheitsstiftenden Element des gesamten Zyklus. Die Bibelverse wurden wahrscheinlich erst nach Auswahl der Arienstrophen hinzugefügt und gehen nicht auf die Leidensgeschichte ein, sondern zeigen eine inhaltliche Entsprechung lediglich in der Erwähnung des jeweiligen Körperteils. Die Arientexte sind sehr gefühlsbetont, und doch hat Buxtehude gerade den Bibeltextvertonungen die innigste und am stärksten affektgeladene Musik anvertraut. Besonders in der dritten Kantate werden die Wunden ("plagae") durch schneidende Dissonanzen verdeutlicht, und in der sechsten Kantate wird Wehmut laut mit der wiederkehrenden absteigenden kleinen Sexte bei "Vulnerasti cor meum" (Du hast mir mein Herz genommen). |
Solisten, Instrumentarium und Leitung |
Birgit Trunk (Violine) Christine Winning
(Violine)
E-Mail: gerhard.klumpp@gmx.de |
| Der Kartenverkauf erfolgt über die Chormitglieder sowie an der Abendkasse. Das Parkhaus in der MAG ist geöffnet. |
| Wegbeschreibung
zur Stadtkirche Geislingen |
Anfahrt aus Richtung Göppingen:
Anfahrt aus Richtung Ulm:
Der Junge Kammerchor Geislingen freut sich auf Ihren Besuch des Konzerts! |
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